Mooer GE150 - Erfahrungsbericht

Wohlklingendes Multieffektgerät zu erschwinglichem Preis

Das GE150 des chinesischen Herstellers Mooer ist seit etwas über einem Jahr auf dem Markt. Für ein Einsteigergerät ist es preislich zwar im oberen Bereich angesiedelt, besticht aber durch einen guten Sound, der sich in der Qualität sonst eigentlich nur bei höherpreisigen Geräten findet. Ob du für den günstigen Preis Abstriche hinnehmen musst, das zeigen wir dir in unserem heutigen Erfahrungsbericht.

Technische Daten und Funktionsumfang

Das Mooer GE150 präsentiert sich in einem Gehäuse aus grünem Plastik, das auf der Oberseite aus gebürstetem Aluminium besteht. Mit Maßen von 23 x 16 x 5 cm ist es ein relativ kompaktes Multieffektgerät und wiegt lediglich 690 Gramm. Die Oberseite des GE150 gefällt uns vom Design her gut, während sich am fast schon giftigen Grün des übrigen Gehäuses wohl die Geister scheiden dürften.

Das Gerät bietet eine reichhaltige Auswahl von 55 Verstärkersimulationen und 26 Cabinets. Die 151 integrierten Effekte sind in neun Effektblöcke aufgeteilt, die auf dem Gerät durch LEDs repräsentiert werden, die bei aktiven Effektblöcken grün leuchten. Für das Speichern von Presets stehen 200 Speicherplätze zur Verfügung. Mit 40 Drumpatterns und 10 unterschiedlichen Metronomeinstellungen hat das GE150 auch in Sachen Rhythmus einiges auf dem Kasten. Ein integrierter Looper und ein Stimmgerät runden das Angebot ab.

An Bedienelementen findet sich auf der Oberseite des GE150 neben dem Display ein kleiner Master-Laustärkeregler, zwei größere Drehregler für das Anwählen und Ändern von Einstellungswerten, ein Expression-Pedal, sechs kleine Buttons sowie zwei Fußtaster. Etwas schade finden wir, dass die Effektkette bei dem Gerät lediglich durch LEDs repräsentiert wird. Viele andere Multieffektgeräte haben für jede Station in der Effektkette jeweils einen dedizierten Knopf, über den sich der entsprechende Effekt aktivieren lässt und oft sogar direkten Zugriff auf die Einstellungen des Effekts erlaubt.

Anschlüsse und Konnektivität

In Sachen Anschlüssen zeigt sich das Mooer GE150 eher von der minimalistischen Seite. Auf der Stirnseite des Geräts lässt sich neben der Gitarre noch eine zusätzliche Audioquelle über einen Aux-Eingang anschließen. An herkömmlichen Ausgängen gibt es zwei große Klinken für links und rechts sowie eine kleine Klinke für den Anschluss eines Kopfhörers.

Für Aufnahmen oder Firmware-Updates hat das GE150 zusätzlich einen USB-B-Anschluss (PC/Mac) sowie einen USB-Micro-B-Anschluss für das Verbinden mit mobilen Geräten wie Smartphones, was als OTG (On The Go) bezeichnet wird. Zu guter Letzt gibt es natürlich noch eine Buchse für das mitgelieferte 9-V-DC-Netzteil. Neben dem Netzteil findet sich im Lieferumfang auch noch ein passendes USB-Kabel für das Gerät (USB B).

Noch einmal zusammengefasst gibt es also folgende Anschlüsse:

  • 1x Eingang für Gitarre (große Klinke, Mono)
  • 1x Aux-Eingang (kleine Klinke, Stereo)
  • 2x Ausgang (große Klinke, L/R mono)
  • 1x Kopfhöreranschluss (kleine Klinke, Stereo)
  • 1x Micro-UBS-B-Anschluss (OTG)
  • 1x USB-B-Anschluss (PC/Mac)

Effekte und Verstärkersimulationen

Das Mooer GE150 ist mit Simulationen von 55 Verstärkern, 26 Cabinets und 151 Effekten für ein Einsteigergerät recht gut ausgestattet. Zu den Highlights gehören hier unter anderem:

  • 535 WAH: Dunlop Crybaby (Wah)
  • 808: Ibanez Tube Screamer TS808 (Overdrive)
  • BLACKRAT: ProCo Rat (Distortion)
  • GREY FAZE: Dunlop Fuzz Face (Distortion)
  • MTL ZONE: BOSS Metal Zone (Distortion)
  • GOLD CLON: Klon Centaur (Overdrive)
  • 65 USTW: Fender 65 Twin Reverb (Verstärker)
  • 59 US BASS: Fender 59 Bassman (Verstärker)
  • J800: Marshall JCM800 (Verstärker)
  • E650 CL: Enlg E650 Clean (Verstärker)
  • TRI REC DS: Mesa/Boogie Triple Rectifier Distortion (Verstärker)
  • JAZZ 120: Roland JC-120 (Verstärker)
  • UK 212: Vox AC30 212 (Cabinet)

Klanglich gefällt uns das Mooer GE150 ziemlich gut. Natürlich kriegst du hier nicht den Sound eines Profi-Multieffektgeräts, aber im Einsteigersegment ist der Klang des GE150 unserer Meinung qualitativ ganz weit oben angesiedelt.

Ein zu diesem Preis sehr ungewöhnliches Feature ist übrigens die Unterstützung für das Aufspielen zusätzlicher Impulse Responses (IR). Hierfür stehen beim GE150 10 zusätzliche Speicherplätze für Cabinet-IRs zur Verfügung. Der Support von IRs macht sich klanglich durchaus bezahlt. Das Hinzufügen eines Celestion-IRs beispielsweise kann den Sound des Geräts noch einmal deutlich aufwerten.

Looper und Rhythmuspatterns

Für das Üben ohne Bandkollegen gibt es beim Mooer GE150 einen integrierten Phrasen-Looper sowie eine Auswahl an 40 Drumpatterns. Der Looper kann 80 Sekunden Audio aufnehmen und wird durch langes Drücken des rechten Fußtasters aktiviert. Im Loopermodus startet der rechte Fußtaster die Aufnahme oder beginnt einen Overdub, während der linke Fußtaster die Wiedergabe oder den Overdub stoppt sowie durch langes Drücken den kompletten Loop löscht. Insgesamt kommt uns der Looper etwas zu simpel vor. Die Grundfunktionen sind zwar gegeben und 80 Sekunden Aufnahmezeit sind mehr als genug für die meisten Anwendungsfälle, aber Features wie Undo/Redo suchten wir hier leider vergeblich.

Die Drum Machine lässt sich beim GE150 über den kleinen RHYTHM-Button unterhalb des Displays aktivieren, der daraufhin grün leuchtet. Hier kannst du dann über die Drehregler neben dem Display einstellen, ob du ein Rhythmuspattern oder lediglich ein Metronom haben willst. Außerdem lassen sich das jeweilige Pattern, die BPM und die Lautstärke einstellen. Neben dem RHYTHM-Button befindet sich noch ein TAP-Button, der dir das Eintippen des Tempos ermöglicht. Die Drum Machine hat mit 40 Patterns eigentlich für jeden Geschmack etwas Passendes dabei.

Bedienung

Während wir die Soundqualität des GE150 für ein Gerät seiner Preisklasse eigentlich nur loben können, zeigen sich bei der Bedienung hingegen ein paar Schwächen. Das Bedienkonzept ist eigentlich relativ simpel gehalten. Es gibt ein LCD-Display, das Einstellungen anzeigt, die über die Drehregler daneben verändert werden können. Die einzelnen Features des Geräts lassen sich über die zwei Fußtaster und die sechs kleinen Knöpfe ansprechen, die teilweise auch mit LEDs ausgestattet sind. Die Fußtaster fungieren außerdem als Knöpfe für das Wählen eines Speicherplatzes.

Wie schon erwähnt gibt es bei dem Gerät keine Knöpfe speziell für die Effektkette, sondern nur entsprechende LEDs. Das finden wir bei einem Multiffektgerät in diesem Maßstab ein wenig seltsam, denn genug Platz für mehr Buttons wäre definitiv vorhanden gewesen. Im Stehen lassen sich bei dem Gerät nur die beiden Fußtaster und das Expression-Pedal bedienen, was bedeutet, dass du hier lediglich Presets wählen und eine auf das Pedal gelegte Einstellung anpassen kannst. Ansonsten lässt sich so eigentlich nur noch der Looper bedienen, für alles andere musst du dich per Hand an den kleinen Knöpfen und Drehreglern zu schaffen machen.

Für das Verbinden des Geräts mit einem PC oder Mac gibt es von Mooer die kostenfreie Editor Software. Die Software ermöglicht dir das Verwalten von Presets und IR-Dateien, das Installieren von Firmwareupdates und die direkte Aufnahme deines Spiels.

Willst du dir vor dem Kauf einen Überblick über alle Effekte und Amps verschaffen, so kannst du dir das vom Hersteller online zur Verfügung gestellte Handbuch einmal genauer ansehen. Das Handbuch wirkt mit seinen 30 Seiten auf den ersten Blick umfangreich, bei näherer Betrachtung zeigt sich aber leider, dass es an der einen oder anderen Stelle doch deutlich ausführlicher hätte sein können. So wird beispielsweise die Drum Machine, die ja eigentlich ein wichtiges Feature darstellt, lediglich mit fünf kleinen Sätzchen und einem Display-Screenshot abgehandelt und lässt viele Fragen offen.

Insgesamt ist die Bedienung unserer Meinung nach zwar einigermaßen intuitiv, aber dennoch für manche Dinge etwas umständlich gelöst. Das können andere Einsteigergeräte zu einem ähnlichen Preis dann doch deutlich besser. Etwas dürftig sind auch die Einstellungsmöglichkeiten der Effekte selbst. Je nach Effekt gibt es hier lediglich drei oder vier Optionen, die du anpassen kannst, und die Reihenfolge der Effekte lässt sich nicht beeinflussen.

Fazit

Das Mooer GE150 ist ein für seinen Preis sehr gut klingendes Multieffektgerät mit einer reichhaltigen Ausstattung an Effekten und Verstärkern. Besonders gut gefällt uns die Unterstützung von Impulse-Response-Dateien - ein Feature, das sonst eher Geräte für Fortgeschrittene oder sogar Profis besitzen.

Die Bedienung des Gerätes ist ausreichend intuitiv, lässt aber dennoch einige Wünsche übrig. Die einzelnen Effekte bieten darüber hinaus kaum Einstellungsmöglichkeiten und die Effektkette lässt sich nur in der Anzahl der aktivierten Effekte, nicht jedoch in ihrer Reihenfolge anpassen. Das Gerät eignet sich hauptsächlich für das Üben zu Hause und kann hier dank des integrierten Loopers und der zahlreichen Rhythmuspatterns viel Freude machen. Bei Live-Auftritten dürfte die Bedienung ein gewisses Hindernis darstellen und daher ist das GE150 hier eher weniger geeignet.

Insgesamt können wir dir das Mooer GE150 dann empfehlen, wenn du zu einem günstigen Preis einen guten Sound haben möchtest und ein Gerät suchst, das dich vor allem beim Üben unterstützt.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht. Wir haften nicht für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der angegebenen Informationen auf denen von uns verlinkten Seiten. Bestimmte Inhalte, die auf dieser Website angezeigt werden, stammen von Amazon. Diese Inhalte werden ‚wie besehen‘ bereitgestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Autor: Gitarren-Effekte Team
Veröffentlicht am: 2021-05-14
Zuletzt aktualisiert: 2021-05-14

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