Mooer GE 250 - Erfahrungsbericht

Multieffektgerät für Fortgeschrittene mit vielfältigen Anschlussmöglichkeiten

Das GE 250 von der chinesischen Firma Mooer ist ein Gitarren-Multieffektgerät für Fortgeschrittene zu einem Preis von knapp über 400 Euro. Es fällt beim ersten Blick durch seine große Anzahl an Anschlussmöglichkeiten und sein helles Design auf. Doch wie ist es um die inneren Werte des GE 250 bestellt? Kann das Gerät des erst 2010 gegründeten Herstellers aus Shenzhen überzeugen? Das erfährst du hier in unserem Erfahrungsbericht.

Funktionsumfang

Das Mooer GE 250 bietet mit 70 Amp- und 32 Cabinet-Simulationen, sowie stolzen 180 Effekten eine üppige Auswahl an Sounds. Das Gerät erlaubt es dir, bis zu 11 Effekttypen gleichzeitig zu verwenden. Die Effekte können zu Presets gebündelt werden, für die 255 Slots in 85 Bänken mit jeweils 3 Preset-Slots zur Verfügung stehen. Neben den Effekten bietet das GE 250 einen Looper und einen Drumcomputer mit 60 Rhythmen und 10 Metronomeinstellungen. Wie bei Multieffektgeräten üblich ist auch ein integriertes Stimmgerät mit von der Partie. Für die Stromversorgung hat das Gerät ein kleines 9-Volt-Netzteil im Lieferumfang, ein Batteriebetrieb ist jedoch nicht vorgesehen.

Gehäuse und Schalter

Das Mooer GE 250 hat ein hellgraues Design im Floorboard-Stil. Mit seinen kompakten Abmessungen von 32,4 x 16,2 x 6,0 cm und einem Gewicht von nur rund 1,7 Kilogramm ist das GE 250 keine logistische Herausforderung und dürfte auch noch in die meisten Gigbags passen.

Auf der Oberseite des Mooer GE 250 finden sich neben dem eingebauten Expression-Pedal 5 Fußschalter mehrere kleine Buttons und drei Drehpotis.

  • Drehpoti 1: Steht für die Lautstärkeregelung des Kopfhörerausgangs und des Master-Outputs ( 2 x 6, 3 mm Klinke) bereit
  • Drehpoti 2: Regelgt die Lautstärke des XLR-Ausgangs (Zweifache Ausführung - L,R)
  • Drehpoti 3: Ermöglicht die Navigation auf dem hochauflösenden 3,5-Zoll-TFT-Display

Die Funktion der kleinen Buttons erläutern wir im Abschnitt Bedienung.

Anschlüsse

Ausgänge und XLR

Ein Highlight des Mooer GE 250 stellen die beiden XLR-Anschlüsse dar, die auf der Oberseite des Geräts auch einen separaten Lautstärkeregler haben. Über einen kleinen Schalter neben den XLR-Anschlüssen lässt sich die Groundlift an- oder abschalten, um so z. B. Brummschleigen den Gar auszumachen. Das Vorhandensein von XLR-Anschlüssen ist bei Profi-Multieffektgeräten Standard, bei Geräten im Fortgeschrittenen-Segment jedoch alles andere als eine Selbstverständlichkeit, weshalb sich das GE 250 hier positiv bemerkbar macht.

Als weitere Ausgänge bietet das Mooer GE 250 natürlich auch zwei 6,3-mm-Klinkenanschlüsse. Diese sind allerdings unsymmetrisch. Wer also weite Kabelwege zurücklegen muss, sollte lieber auf die symmetrischen XLR-Ausgänge zurückgreifen.

Bei sowohl den XLR- als auch den Klinkenausgängen kann jeweils nur der linke Augang genutzt werden, um ein Monosignal abzugreifen.

Neben den Klinkenbuchsen gibt es noch einen 3,5 mm Klinkenanschluss für Kopfhörern.

FX Loop, USB und MIDI

Das GE 250 bietet eine große Auswahl an Anschlussmöglichkeiten. Hierzu gehören neben der obligatorischen großen Monoklinke für den Anschluss der Gitarre eine kleine Klinke für Aux-Input sowie eine große Klinke, an die sich ein externes Pedal anschließen lässt. Ein FX Loop mit Send- und Return-Klinken ermöglicht dir den Anschluss eines oder mehrerer externer Effektgeräte.

Über einen USB-B-Anschluss lässt sich das Multieffektgerät von Mooer per mitgeliefertem Kabel mit dem PC/Mac verbinden. Mithilfe der Software vom Hersteller lassen sich die Presets so komfortabel am Computer verwalten oder die Firmware des Gerätes updaten. Außerdem kann der Anschluss auch als USB-Audio-Interface für die Aufnahme fungieren.

MIDI-Geräte können übrigens auch an das GE 250 angeschlossen werden, allerdings steht hierfür lediglich ein einziger Anschluss zur Verfügung, der wahlweise als Ein- oder Ausgang verwendet werden kann.

Effekte und Amp-Simulationen

Mooer hat sein GE 250 mit einer breiten Palette an Amp- und Cabinet-Simulationen ausgestattet, die viele Ansprüche abdecken dürften. Zu den Highlights gehören hier unter anderem:

  • 65 US DX: Fender 65 Deluxe Reverb
  • 65 US TW: Fender 65 Twin Reverb
  • 59 US Bass: Fender 59 Bassman
  • J800: Marshall JCM800
  • J900: Marshall JCM900
  • POWERBELL CL: ENGL E645 (Clean Channel)
  • MARK3 CL/DL: Mesa/Boogie MARK III (Clean/Distortion-Kanal)
  • CITRUS50: Orange-OR-50-Vorverstärker

Neben den Amp-Simulationen gibt es zum Beispiel folgende Simulationen bekannter Effektgeräte:

  • BLACKRAT: ProCo Rat
  • GREYFAZE: Dunlop FuzzFace
  • MTL ZONE: Boss Metal Zone
  • MTL MASTER: Digitech Metal Master
  • 535WAH: Dunlop Crybaby 535Q

Falls du dir einen genaueren Überblick über die Möglichkeiten des Geräts verschaffen willst, so lohnt sich ein Blick ins Handbuch des Herstellers. Dieses enthält am Ende eine Übersicht über alle verfügbaren Effekte und Amps.

Die Klangqualität des GE 250 bewegt sich unserer Meinung nach im Mittelfeld der Geräte, die sich an Fortgeschrittene richten. Die Verstärkersimulationen sind größtenteils überzeugend, könnten aus unserer Sicht aber an einigen Stellen etwas reichhaltiger klingen. Positiv hervorzuheben ist dafür aber die große Auswahl an Effekten.

Verstärkersound mit Tone-Capture-Funktion einfangen

Das Mooer GE 250 hat zwar von Haus aus bereits eine große Anzahl an Amp-Simulationen dabei, ermöglicht es aber durch die sogenannte Tone-Capture-Funktionalität zusätzlich, den Sound deiner eigenen physischen Verstärker nachzustellen. Hierzu wird der Verstärker per 4-Kabel-Methode an den FX Send/Return des GE 250 angeschlossen. Anschließend analysiert das Gerät die eingehenden Frequenzen, vergleicht sie mit dem Ursprungssignal und modelliert einen Equalizer, der die Veränderung des Sounds durch den Verstärker digital nachbildet. Das ermöglicht es dir, eine digitale Näherung deines Verstärkersounds im kompakten Gehäuse des GE 250 abzuspeichern, sodass du deinen physischen Verstärker auch mal zu Hause lassen kannst und dadurch weniger zu schleppen hast.

Looper und Drumcomputer

Zusätzlich zu den Effekten bietet das Mooer GE 250 einen Looper sowie einen integrierten Drumcomputer. Der Looper nimmt bis zu 70 Sekunden in Stereo auf und lässt sich über die drei A/B/C-Fußschalter bedienen. Beim Drumcomputer stehen 60 Rhythmus-Patterns bereit, bei denen sich jeweils BPM und Lautstärke verändern lassen. Der Drumcomputer und der Looper sind unserer Ansicht nach für Aufnahmen oder Auftritte eher weniger geeignet, aber trotzdem eine willkommene Ergänzung für das heimische Üben.

Die Bedienung

Die Bedienung des GE 250 gestaltet sich unserer Meinung nach recht einfach und intuitiv. Zentrales Element des Bedienkonzepts ist der große Value-Drehregler. Über diesen lassen sich die im Display angezeigten Bedienelemente anwählen und die Werte verändern. Dabei kann zwischen Auswahl- und Editiermodus durch Drücken des Drehreglers umgeschaltet werden. Die Lautstärke lässt sich über zwei weitere Drehregler neben dem Display einstellen, wobei einer der Drehregler die Lautstärke des XLR-Ausgangs verändert, während der andere für die generelle Lautstärke gedacht ist.

Navigation: Presets, Effektkette und Spezialknöpfe

Die Effektkette des GE 250 wird auf dem Gerät mittels 11 kleiner, beleuchteter Knöpfe dargestellt. Beim ersten Drücken eines dieser Knöpfe gelangst du zur Ansicht für den jeweiligen Effekt und kannst diesen anpassen. Ein erneutes Drücken des Knopfes deaktiviert dann den Effekt. 7 weitere Knöpfe in demselben Stil ermöglichen unter anderem den direkten Zugriff auf den Equalizer und den Drumcomputer, öffnen das globale Einstellungsmenü oder schalten das Expression-Pedal ein oder aus.

Die Presets sind beim GE 250 in 85 Bänke eingeteilt, die durch zwei Fußschalter am linken Rand des Geräts ausgewählt werden können. Drei weitere mit A, B und C beschriftete Fußtaster erlauben dann die Anwahl des jeweiligen Presets innerhalb einer Bank.

PC-Verbindung: Aufnahme und Verwaltung über Mooer Studio

Über das im Lieferumfang enthaltene USB-Kabel kannst du das Gerät mit deinem PC oder Mac verbinden. Das ermöglicht zum einen die Aufnahme in eine DAW, zum anderen gibt es vom Hersteller das Mooer Studio. Über die Studio-Software kannst du die Presets auf dem Gerät verwalten, neue Presets hochladen oder Backups erstellen. Zusätzlich erlaubt die Software auch das Steuern der Tone-Capture-Funktion, den Import von Impulse-Response-Dateien, das Konfigurieren der MIDI-Funktionalität und das Updaten der Firmware.

Einfache Handhabung dank TFT-Display

An der Bedienung des Mooer GE 250 gefällt uns gut, dass diese relativ flach und nicht verschachtelt ist. An viele Einstellungen gelangst du daher mit nur ein oder zwei Klicks. Das hochauflösende TFT-Display kann viele Informationen auf einmal anzeigen, wodurch sich die meisten Einstellungen auf nur einer Bildschirmseite vornehmen lassen. Durchdacht ist auch, dass der XLR-Ausgang einen eigenen Lautstärkeregler hat.

Einen kleinen Wermutstropfen bei der Bedienung stellen für uns hingegen die vielen kleinen Knöpfe dar, die sich kaum oder gar nicht im Stehen per Fuß bedienen lassen. Die Bedienungsanleitung könnte für unseren Geschmack außerdem an einigen Stellen ruhig etwas ausführlicher sein, selbst wenn sie dank der intuitiven Bedienung des GE 250 nur selten konsultiert werden muss.

Fazit

Das Mooer GE 250 ist ein kompaktes und leichtes Gitarren-Multieffektgerät im Floorboard-Stil, das sich an Fortgeschrittene richtet. Besonders gut gefällt uns an dem Gerät, dass es sehr viele Anschlussmöglichkeiten bietet und das Einfangen des eigenen Verstärkersounds über die Tone-Capture-Funktionalität erlaubt. Ein weiteres Highlight sind die XLR-Ausgänge. Das ist ein Feature, das in dieser Preisklasse sonst eher nicht zu finden ist.

Die Anzahl an Effekten und Amp-Simulationen ist beim GE 250 groß. Vom Klang her gibt es sicher bessere Geräte, für die meisten dürfte der Sound des Geräts aber vollkommen ausreichen. Wenn dir also vielfältige Anschlussmöglichkeiten wichtig sind, besonders XLR-Anschlüsse, dann ist das Mooer GE 250 eine gute Wahl.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht. Wir haften nicht für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der angegebenen Informationen auf denen von uns verlinkten Seiten. Bestimmte Inhalte, die auf dieser Website angezeigt werden, stammen von Amazon. Diese Inhalte werden ‚wie besehen‘ bereitgestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Autor: Gitarren-Effekte Team
Veröffentlicht am: 2020-10-30
Zuletzt aktualisiert: 2020-10-30

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