Zoom G1X FOUR - Erfahrungsbericht

Gutes Multieffektgerät für Einsteiger

Der japanische Musik-Equipment-Produzent Zoom hat Anfang 2019 seiner Produktpalette an Multieffektgeräten für E-Gitarren-Einsteiger ein willkommenes Update verpasst. Das Zoom G1X Four bietet unserer Meinung nach in einem kompakten, aber robusten Gehäuse nicht nur die durchaus überzeugende Simulation zahlreicher klassischer Amps und Effektpedale, sondern lässt sich auch gut an den eigenen Wunschsound anpassen.

Funktionsumfang und technische Daten

Die Feature-Liste des Zoom G1X Four ist für ein Gerät, das nur knapp 100 Euro kostet, beeindruckend. Die 71 integrierten Effekte und Verstärkersounds lassen sich in Patches von bis zu 5 Effekten zusammenfassen. Von solchen Patches können maximal 50 abgespeichert werden, die sich über fünf Bänke mit jeweils zehn Patches ansteuern lassen. Von den Bänken sind die ersten vier bereits mit vorinstallierten Patches belegt, die sich bei Bedarf aber verändern oder löschen lassen. Neben den Effekten bietet das Zoom G1X Four einen Drumcomputer mit 68 verschiedenen Rhythmus-Patterns, ein eingebautes Stimmgerät und einen einfachen Looper, der mit den Patterns des Drumcomputers zusammen benutzt werden kann. Ein 3-Band-Equalizer ermöglicht außerdem eine globale Anpassung des Output-Signals.

Deine Gitarre kannst du wie üblich über eine große Monoklinke an der Rückseite des Geräts anschließen. Als zusätzlicher Eingang steht eine Stereo-Miniklinke (3,5 mm) bereit, an die sich beispielsweise ein Handy oder MP3-Player anschließen lässt. Zu beachten gilt es hier allerdings, dass das Audio des zweiten Eingangs direkt zum Output weitergeleitet wird und sich daher nicht über die internen Einstellungen des Geräts verändern lässt. Als Output hat das Zoom G1X Four lediglich eine große Stereo-Klinke (6,3 mm), die entweder zum Amp oder zum Kopfhörer führen kann.

Über einen USB-Micro-B-Anschluss (Kabel nicht im Lieferumfang enthalten!) kann das G1X nicht nur mit Strom versorgt, sondern auch an einen PC oder Mac angeschlossen werden, um über die zugehörige Guitar-Lab-Software des Herstellers die Patches zu konfigurieren. Ein herkömmlicher Stromanschluss für das mitgelieferte 9V-Netzgerät ist natürlich ebenfalls vorhanden. An der Unterseite des Geräts befindet sich ein Batteriefach für 4 AA-Batterien oder -Akkus. Laut dem Hersteller macht das Zoom G1X Four im Batteriebetrieb erst nach knapp 18 Stunden schlapp - mehr als genug Zeit für längere Gigs oder mehrere Sessions im Proberaum. Dank des Gewichts von nur knapp 610 Gramm bei einer Größe von 15,6 x 21,6 x 5,2 cm schleppst du dich dabei auch nicht tot.

Effekte

Das Zoom G1X Four simuliert 13 verschiedene Amp-Klassiker, unter anderem von Marshall, Mesa/Boogie und Fender, sowie zahlreiche Effektgeräte und Pedale für Verzerrung, Overdrive, Hall und mehr. In der Tat ist das Angebot mit seinen 71 unterschiedlichen Effekten so umfangreich, dass die Auflistung des Herstellers im PDF-Format stolze 25 Seiten lang ist.

Hier sind einige Highlights des üppigen Zoom-Effekt-Buffets:

  • Marshall JCM 800 2203 (Verstärker)
  • Fender 65 Twin Reverb (Verstärker)
  • Hiwatt Custom 100 (Verstärker)
  • Pro Co Rat (Distortion)
  • Boss Metal Zone (Distortion)
  • Hermida Audio Zendrive (Overdrive)
  • Ibanez TS808 (Overdrive)
  • MXR Dyna Comp (Compressor/Sustainer)
  • MXR M-117 (Flanger)
  • Cry Baby (Wah-Wah)

Unserer Erfahrung nach dürfte hier für jeden Einsteiger genug dabei sein, um sich einen eigenen Wunschsound zusammenzustellen. Beim Zoom G1X Four lassen sich bis zu fünf Effekte zu einem Sound (Patch genannt) kombinieren. Dabei durchläuft das Audiosignal die digitalen Effektstationen des Patches nacheinander, weshalb eine andere Reihenfolge auch einen anderen Gesamtsound erzeugen kann.

Selbstverständlich gibt es für den schnellen Einstieg auch bereits vorinstallierte Patches, die den Sound verschiedener bekannter Bands oder Genres simulieren, unter anderem:

  • ZEP 1959: Der Sound von Jimmy Page in Led Zeppelin
  • DreamBox: Angelehnt an John Petrucci (Dream Theater)
  • JS Boogie: Joe Satrianis Sound
  • NV Clone: Riecht wie Nirvanas Smells Like Teen Spirit
  • Surf: Bietet dir die Erfahrung des Beach-Boys-Sounds
  • Eruption: Sound von Van Halen
  • Vibe Jimi: Für Jimi-Hendrix-Fans
  • Rhapsody: Brian Mays (Queen) legendärer Sound

Looper

Ein weiteres interessantes Feature des Zoom G1X Four ist der eingebaute Looper. Mit einem Looper kannst du Einzelspuren eines Songs aufnehmen und wiederholt abspielen, um beispielsweise über einen selbst erstellten Rhythmus-Part zu solieren. Der Looper des Zoom G1X Four nimmt jeweils 30 Sekunden pro Spur in CD-Qualität (44,1 kHz) auf. Möglich ist auch das gleichzeitige Abspielen eines Patterns des ebenfalls integrierten Drumcomputers.

Für Fortgeschrittene mag der Looper des Zoom G1X Four etwas zu minimalistisch sein. Die Erfahrung zeigt jedoch: Zum Üben ohne Bandkollegen oder Extra-Equipment eignet er sich hervorragend. Und er bietet Einsteigern die Möglichkeit, in die Welt der Looper reinzuschnuppern, ohne sich in zusätzliche Unkosten zu stürzen. Wem diese Art des Jammens zusagt, der wird sich über kurz oder lang aber nach einem separaten Gerät umsehen wollen.

Drumcomputer

Wie bereits erwähnt, hat das Zoom G1X Four neben den Effekten auch einen Drumcomputer mit an Bord. Dieser kann über eine eigene Taste am Gerät angesteuert werden. Es stehen hier 68 vordefinierte Rhythmus-Patterns zur Verfügung, die viele gängige Genres wie Rock, Metal, Pop, Punk, Country, Blues, Jazz und Ska abdecken. Bei jedem Pattern lässt sich einstellen, wie laut und mit wie vielen Beats pro Minute es abgespielt wird und ob vor dem Starten einer Looper-Aufnahme entsprechend des Patterns eingezählt werden soll.

Der Drumcomputer-Klang ist unserer Ansicht nach für die Probe und zum Üben qualitativ mehr als ausreichend. Die Patterns des Zoom G1X Four passen insgesamt gut zu den Genres, für die sie gedacht sind, und bei der großen Auswahl ist der Erfahrung nach für die meisten Geschmäcker ein geeigneter Rhythmus dabei. Positiv fällt auch auf, dass Looper und Drumcomputer miteinander arbeiten, statt einfach nur für sich allein stehende Features zu sein.

Bedienung

Das Zoom G1X Four kannst du dank integriertem Pedal und zwei großen Fußschaltern während des Spielens komfortabel im Stehen bedienen. Für die Konfiguration gibt es einige zusätzliche Knöpfe und Drehregler, darunter dedizierte Buttons für Drumcomputer und Looper sowie Drehknöpfe für den Equalizer. Ein Display zeigt wichtige Informationen an und garantiert mit seiner optionalen Hintergrundbeleuchtung eine frustfreie Erfahrung auch in dunklen Umgebungen.

Grundsätzlich gibt es drei wesentliche Modi, in denen die fünf zentralen Bank- bzw. Effekt-Knöpfe und die vier Drehregler unterhalb des Displays jeweils unterschiedliche Funktionen wahrnehmen:

Im MEMORY-Modus kannst du auswählen, welcher Patch gerade aktiv sein soll. Die einzelnen Patches sind in fünf Bänke eingeordnet, die in diesem Modus über die fünf Bankknöpfe angesteuert werden können. Zwischen den Patches innerhalb einer Bank kann dann mithilfe der Fußschalter hin und her gewechselt werden.

Der STOMP-Modus erlaubt das Aktivieren oder Deaktivieren der Einzeleffekte des aktuell ausgewählten Patches über die fünf Effektknöpfe. In diesem Modus zeigt das Display die Kette der Effekte in Form von Symbolen an, wobei deaktivierte Effekte ausgegraut dargestellt werden.

Im EDIT-Modus kannst du die Parameter der Effekte des aktuellen Patches einstellen. Der zu editierende Effekt lässt sich dabei über die fünf Effektknöpfe auswählen, während über die Drehregler unterhalb des Displays die konkreten Werte des Effektes verändert werden können.

Insgesamt gestaltet sich die Bedienung des Zoom G1X Four relativ intuitiv, besonders auch im Vergleich zu einigen anderen Einsteiger-Geräten. Falls dir das Einstellen der Effektparameter am Gerät dennoch zu fummelig ist, dann kannst du alternativ die kostenlose Konfigurationssoftware für PC oder Mac benutzen.

Fazit

Mit dem Zoom G1X Four kannst du unserer Erfahrung nach als Einsteiger kaum etwas verkehrt machen - und sogar vieles richtig. Während noch vor einigen Jahren bei einem Multieffektgerät des Einsteiger-Segments meist größere Abstriche bei der Soundqualität hingenommen werden mussten, ist diese bei heutigen Geräten für den Laien oft kaum noch von der Originalhardware zu unterscheiden. An der Qualität der Effekte finden wir für den Preis beim G1X Four nichts auszusetzen. Wenn man die Bandbreite der Effekte und sonstigen Features betrachtet, dann hat dieses Multieffektgerät für etwa 100 Euro ein geradezu fantastisch gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Falls das Zoom G1X Four trotz seines fairen Preises dein Budget sprengt, dann kannst du natürlich auch zum G1 Four greifen, der abgespeckten Version des Zoom G1X Four. Das G1 hat kein Expression-Pedal und ihm fehlen daher auch einige Effekte, die das Pedal voraussetzen, dafür kostet es aber auch ein ganzes Stück weniger.

Einsteiger wissen naturgemäß oft noch gar nicht so genau, welchen Sound sie letztlich in ihrer Musik anstreben. Das Zoom G1X Four bietet dir hier viele Möglichkeiten, deinen ganz eigenen Klang zu finden oder den Sound deiner Lieblingsgitarristen nachzustellen. Die zusätzlichen Features wie Looper, Drumcomputer und Stimmgerät sind sinnvolle Ergänzungen für Gitarristen, die noch kein großes Setup ihr Eigen nennen. Das Zoom G1X Four bildet ein rundes Gesamtpaket, das es Anfängern ermöglicht, Erfahrung mit diversen Sounds und Techniken zu sammeln.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen subjektiven Erfahrungsbericht. Wir haften nicht für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der angegebenen Informationen auf denen von uns verlinkten Seiten. Bestimmte Inhalte, die auf dieser Website angezeigt werden, stammen von Amazon. Diese Inhalte werden ‚wie besehen‘ bereitgestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Autor: Gitarren-Effekte Team
Veröffentlicht am: 2020-10-05
Zuletzt aktualisiert: 2020-10-05

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